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Daihuang ©Erich Stöger

Hierbei handelt es sich um rotes Bleioxid (Pb3O4) als natürlich vorkommendes Mineral. Die Dosis wird mit 0,3 bis 0,6 g in Pillen oder als Pulver angegeben, die maximale Einzeldosis mit 1,5 g [1]. Überwiegend wird/wurde es aber zur externen Anwendung eingesetzt. In der chinesischen Pharmakopöe ist es nicht aufgeführt. Es gibt verschiedene Berichte über Bleivergiftungen unter Minium. Darunter ist auch ein Todesfall, der nach 13 Tagen unter einer täglichen Dosierung von 1,5 g per os auftrat [2].

Minium, das früher z.B. bei der Behandlung der Epilepsie seine Berechtigung gehabt haben mag, ist heute wegen seines Bleigehaltes nicht mehr verkehrsfähig und unter heutigen Sicherheitsstandards nicht akzeptabel. Unter Behandlung der Epilepsie mit einem Minium-haltigen Fertigpräparat kam es zu Übelkeit, Hyperemesis und abdominalen Koliken [2]. Auch durch intakte Haut können verschiedene anorganische Bleiverbindungen, u.a. PbO, resorbiert werden [3, 4]. Für Pb3Oscheint es diesbzgl. keine Daten zu geben, doch muss man postulieren, dass hierfür nichts anderes gilt. Durch alterierte Haut werden auch Verbindungen aufgenommen, die durch intakte Haut nur schwer penetrieren [5].

Literatur:

  1. Bensky D, Clavey S and Stöger E. Chinese Herbal Medicine. Materia Medica. 3th ed. Seattle: Eastland Press, 2004
  2. Zhu TZ. [Analysis of the toxicity of Chinese mineral medicine] (in Chinese). Zhejiang Zhongyi Zazhi 1986;21:354-356
  3. Filon FL, Boeniger M, Maina G, Adami G, Spinelli P and Damian A. Skin absorption of inorganic lead (PbO) and the effect of skin cleansers. J Occup Environ Med 2006;48:692-9
  4. Sun CC, Wong TT, Hwang YH, Chao KY, Jee SH and Wang JD. Percutaneous absorption of inorganic lead compounds. AIHA J (Fairfax, Va) 2002;63:641-6
  5. Nielsen JB, Nielsen F and Sorensen JA. Defense against dermal exposures is only skin deep: significantly increased penetration through slightly damaged skin. Arch Dermatol Res 2007;299:423-31

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